Redensarten schaffen Glaubenssätze

Redensarten schaffen Glaubenssätze

Redensarten schaffen Glaubenssätze

Redensarten schaffen Glaubenssätze

Ist Dir mal aufgefallen, welche Redensarten, Floskeln und Sprichwörter wir im Deutschen so haben?

  1. Das Leben ist kein Ponyhof oder das Leben ist kein Wunschkonzert
  2. Ohne Fleiß kein Preis
  3. Unser Geld im Schweiße unseres Angesichts verdienen
  4. Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach
All diese Sätze gehören zu unserer Kultur völlig selbstverständlich dazu, tragen aber maßgeblich dazu bei, wie wir die Welt und unsere Möglichkeiten darin sehen.

Wenn wir sagen: Das Leben ist kein Ponyhof oder Das Leben ist kein Wunschkonzert, gehen wir bewusst oder unbewusst davon aus, dass das Leben weder leicht ist noch Spaß macht, und wir nicht bekommen, was wir uns wünschen.

Vergleich mit anderen Sprachen


Noch deutlicher wird es, wenn wir bestimmte Redensarten, mit denen aus anderen Sprachen vergleichen. Im Deutschen verdienen wir unser Geld (im Schweiße unseres Angesichts). Da wird es einem ja schon beim Lesen ganz schwach um die Knie. Die Russen erhalten ihr Geld “für arbeiten”. Die Spanier und Franzosen gewinnen es und die Engländer ernten es. Was für Unterschiede!

Wir messen diesen Redensarten kaum Bedeutung bei und doch haben sie einen großen Einfluss auf uns. Und irgendwann sind wir davon überzeugt, dass wir nun mal nicht bekommen, was wir uns wünschen, dass Geld nur durch harte Arbeit, Opfer Bringen und darüber, jemandem zu dienen zu uns kommt. Und dass wir uns mit wenig zufriedengeben müssen, weil wir wahrscheinlich ohnehin nicht mehr bekommen.

Sprache schafft Lebenswirklichkeit


Je öfter wir bestimmte Redensarten hören, desto normaler erscheinen sie uns. Sie sickern praktisch ungehindert in unser Unterbewusstsein hinein und treiben dort ihr Unwesen. Es lässt sich fast gar nicht verhindern. Wir sollten uns aber dafür entscheiden, solche Redensarten künftig durch unseren Verstand zu beleuchten. Uns also bewusst mit dem dahinter liegenden Konzept zu befassen und dann eine Entscheidung zu treffen, ob wir diese Redensart weiter wiederholen wollen.

Du bist dran!


  1. Nimm Dir jetzt einen Moment Zeit und überlege, welche Sätze Du oder Dir nah stehende Personen immer sagen.
  2. Analysiere, welches Konzept hinter diesem Satz zu stehen scheint. Ist es ein positiver, bestärkender oder ein einschränkender Satz?
  3. Entscheide jetzt, welchen Satz Du künftig so nicht mehr “gelten lassen” möchtest.
  4. Überlege Dir vielleicht sogar einen Antwortsatz, den Du sage oder denken willst, wenn Du oder jemand den einschränkenden Satz sagt.

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